Robert bricht im Unterricht zusammen.
Im Krankenhaus wird eine akute Tablettenvergiftung
diagnostiziet. Merkwürdig nur, dass er keine Medikamente
eingenommen haben will. Bei der Befragung von Roberts
Mitschülerinnen und Mitschülern stößt man auf eine Mauer 90 Minuten
des Schweigen... Denn von so hehrer Freundschaft wie in
der Schillerschen „Bürgschaft“ die Roberts Projektgruppe Mit: Sophie Turbanski, Esther Barth,
auf die Bühne bringen soll, kann bei den Jugendlichen nicht Thomas Fitschen, Gosta Liptow,
die Rede sein. Das wird umso deutlicher, als Sina, die neue Alexander Grimm.
Mitschülerin, zur Gruppe hinzukommt. Eifersucht, Eitelkeiten, Austattung: Prof. Sandra Becker
die gruppeninterne Hackordnung und kleine Sticheleien Musik: Kinga Heymann
wachsen zu Mobbing und psychischen Quälereien aus – Regieassistenz: Sonja Ried
mit Sina als Opfer. Regie: Fred Buchalski
Die Entwicklung der Geschichte wird rückblickend dargestellt,
nachdem es es zu einer tragischen Eskalation des Konflikts
kam. Während die Schüler versuchen ihr Verhalten zu ver-
tuschen und das Lehrerkollegium ebenfalls eine möglichst unauffällige und schnelle Beilegung des Streits anstrebt,
ist Moritz der einzige, der versucht eine wirkliche Lösung des
Problems zu finden. Doch sein Versuch eine Versöhnung mit
Sina herbeizuführen scheitert – mit fatalen Folgen.
Auf einfühlsame Weise zeigt Günter Jankowiak in seinem
Stück die verhängnisvolle Dynamik innerhalb der Gruppe
von Jugendlichen, vor deren Hintergrund das edle Motiv
Schillerschen Bürgschaft hohl erscheint.